Hilfe für alte Menschen in Uganda e.V.
Hilfe für alte Menschen in Uganda e.V.

April 2013

So waren unsere letzten Monate:

Anfang des Jahres hatten wir Besuch von Heike Zeeh, ihrem Sohn, seiner Freundin und auch von meiner Familie.

 

Heike ist eine Sozialarbeiterin aus Köln die vorallem in der Begleitung und Betreuung von alten Menschen engagiert ist. Sie war drei Wochen bei uns im Konvent und hat uns bei der Pflege der alten Schwestern geholfen und uns auch bei der Arbeit in den Dörfern unterstützt.



Meine Familie (und somit zwei Mitglieder unseres Vereinsvorstands :-) )kam einige Wochen später und hatte somit zum ersten Mal die Gelegenheit die Arbeit vor Ort kennen zu lernen.

 

Wir als Community und ich als Person haben sowohl den Besuch von Heike als auch den meiner Familie sehr genossen. Es war eine schöne und wertvolle Zeit und ich möchte mich an dieser Stelle nochmal herzlich bei Euch für Euer Interesse, Eure Unterstützung und Herzlichkeit bedanken. Und auch für die Geduld und Freundlichkeit wenn Ihr zwecks „Besuche machen“ von einem Konvent zum nächsten gereicht wurdet. :-)



Geschichten aus unserem Arbeitsalltag:

 

(Kurz vorweg – es handelt sich um ein Ehepaar das eigentlich froh ist einander zu haben.) Eine alte Frau (ca. 94 Jahre) beschwert sich immer wieder über ihren Ehemann (ca. 110 Jahre): „Was soll ich bloß mit diesem Mann machen? Ich schicke ihn jeden Tag zur Bananenplantage und wenn ich mal nachsehen komme schläft er dort immer.“ Er: „Ja, aber es ist weit und wenn ich dort ankomme bin ich müde – dann muss ich mich erst mal ausruhen.“ Sie: „Ja, ja und wenn du wieder aufwachst wird’s dunkel! Nun hört ihr‘s selbst – was soll ich bloß mit diesem Mann machen?“

Einen anderen Patienten (Rosinda ca 115 Jahre alt) haben wir ins Krankenhaus geschickt. Das nächste Mal begrüßte er uns überschwänglich und berichtete: „Ich musste auf etwas stehen damit sie mich messen konnten – seitdem bin ich geheilt!“

Wir haben aber auch eine traurige Geschichte zu erzählen. Eine alte Frau lebte allein und hatte nicht mehr die Kraft sich selbst zu versorgen. Wir haben mehrere Wochen lang Lebensmittel gebracht und die Nachbarin beauftragt sich zu kümmern. Na ja, was immer diese Frau auch gemacht hat, aber Fakt ist leider dass die alte Frau Anfang des Jahres an Unterernährung verstorben ist.

 

Wir haben zurzeit drei ähnliche Fälle. Allerdings beauftragen wir nur noch Leute die uns bekannt sind, auch wenn sie etwas weiter weg wohnen. Zwei Frauen helfen uns jetzt (gegen eine kleine Aufwandsentschädigung) und sehen einmal täglich nach diesen alten Frauen und kochen für sie mit. Damit fahren wir bislang ganz gut.



Ein anderer Mann – Lazarus- sagt er wäre wie der Lazarus aus der Bibel auch ins Leben zurückgekehrt. Er hatte eine riesige stinkende Wunde am Bein und konnte aufgrund dessen nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Jetzt nachdem die Wunde verheilt ist steht er wieder mitten im Leben und kann mit seinen Freunden zusammensitzen oder zu Festen gehen. Zum Dank gibt er uns immer Früchte mit und hat mir sogar ein Regal gezimmert. Er sagt mir immer wieder wir sollen alle Deutschen grüßen und seinen Dank ausrichten.



 

Kurz nach Ostern ist leider eine unserer Schwestern (Sr. Consulata) verstorben. Sie gehörte eigentlich zu den „Fitteren“ - umso betroffener waren wir über ihren unerwarteten Tod.

 

May she rest in peace.



 

Mittlerweile können alle jungen Schwestern und auch die Frauen, die mit uns in den Dörfern arbeiten Motorrad fahren. Fast alle konnten vorher weder Fahrrad noch Auto fahren - kein Wunder also dass das Balancieren lernen eindeutig die größte Schwierigkeit war.

 

Unsere Obstplantage wächst und gedeiht - insbesondere seit die Regenzeit eingesetzt hat. Es wachsen schon die ersten Passionsfrüchte.

Enorm wie schnell so Bäumchen wachsen können, oder?

Pläne für die zweite Jahreshälfte

In der Zweiten Jahreshälfte planen wir jeweils ca. zwei Monate zu den „Daughters of Our Lady of Fatima“ nach Kabale und Nyamakukuru zu gehen um dort das gleiche Projekt wie in Ibanda aufzuziehen. Sprich eine professionelle Pflege für die alten Ordensschwestern und eine ambulante Pflege für jeweils ca. 50 alte Menschen in den Dörfern aufzubauen.

 Sowohl im Mutterhaus in Kabala als auch in Nyamakukuru leben alte Schwestern die von jüngeren Schwestern betreut und gepflegt werden. Eine Schulung in grundlegender Altenpflege (Grundpflege, Prophylaxen, Wundmanagement, Altenpädagogik, Aktivierung …)und die Anschaffung von Pflegehilfsmitteln wird es ihnen sicherlich erleichtern sich kompetent und ganzheitlich um die alten Schwestern zu kümmern.



Da es die Mission der Ordensgemeinschaft ist „verfügbar zu sein für bedürftige Menschen und sich engagiert um deren ganzheitliches Wohl zu kümmern und Gesundheit zu fördern“ ist es für sie selbstverständlich sich um die armen Menschen in ihrer jeweiligen Umgebung zu sorgen. Aber vor allem die Sorge um die alten Menschen erweist sich aufgrund der veränderten Situation alter Menschen in Uganda als immer schwieriger. Daher sind sie sehr daran interessiert ihren ambulanten Dienst weiter auszubauen und altengerecht zu gestalten.

 

Wir reagieren natürlich gerne auf diese Anfrage und werden sie bei diesem Vorhaben unterstützen – danach liegt die Verantwortlichkeit in den Händen der Ordensgemeinschaft.

Die benötigten Gelder für das Projekt in Kabale haben wir schon zusammen – die Gelder für Nyamakukuru sind beantragt aber bislang ohne Antwort. Falls irgendjemand noch jemanden kennt der einen Vorschlag hat welche Organisation wir um Unterstützung bitten könnten – zögert nicht es uns mitzuteilen. :-)

Weitere Infos zu Kabale und Nyamakukuru gibts hier. (Bislang nur in Englisch)



      Mit lieben Grüßen aus Uganda,

    

                        Anne Bensch und Sisters



Deutsch        Englisch

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hilfe für alte Menschen in Uganda e.V.

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.